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Interview mit Danelle Arigbabu, Kl. 10d

Danelle Arigbabu(Am 16.02.2016 durchgeführt von C. Feldhaus, Schulleiter)

 

 

 

F: Hallo Danelle, ich freue mich, dass du mir und allen Interessierten ein paar Fragen zu dir und deiner sportlichen Karriere beantworten magst. Wie würdest du dich selbst denn anderen vorstellen?

D: Ich heiße Danelle Arigbabu, bin 15 Jahre alt und gehe in die Klasse 10d der Ludgerus-Schule Vechta, mein Bruder ist in Klasse 8. Väterlicherseits habe ich nigerianische Wurzeln, meine Mutter ist Deutsche.

 

 

F: Mit Blick auf „deinen“ Sport gefragt: Wie muss man dich denn nun nennen?

D: Ich bin Basketballjuniorinnen-Nationalspielerin der Altersklasse U17 und habe bisher 5 Länderspiele für Deutschland bestritten. Unter der Woche trainiere (3 – 4mal) und spiele ich seit einem Jahr in Osnabrück für den weiblichen Nachwuchs der Basketball-Bundesliga (BBL) des Osnabrücker SC.

 

 

F: Dann musst du ja einen ganz schönen Aufwand betreiben, oder?

D: Ja schon, wenn die Schule um halb vier aus ist, schnaufe ich zu Hause kurz durch, packe meine Sachen und fahre mit dem Zug nach OS; manchmal bringen mich auch meine Eltern mit dem Auto. Anfangs war das doch ziemlich stressig, aber inzwischen ist das für mich schon Routine, ich habe mich daran gewöhnt.

 

 

F: Und wie läuft das mit dem National-Team?

D: Meine Ausbildung im Verein und die Ausbildung im Kader des National-Teams liefen bis Ende 2015 parallel. Es gab immer wieder Lehrgänge und auch Sichtungsturniere alle paar Monate; mit fast 30 Spielerinnen fingen die Auswahlmaßnahmen im letzten Jahr an, jetzt sind noch 14 Spielerinnen für den National-Kader übrig geblieben. Im Sommer 2015 war ich als einzige deutsche Spielerin für ein Auswahl-Camp in der Türkei nominiert. Heute bin ich fest im Kader des Nationalteams und bekomme Einladungen zu Lehrgängen und Länderspielen.

 

 

F: Was braucht man denn, um das durchzustehen und um sich durchzusetzen?

D: Man braucht den Ehrgeiz, das schaffen zu wollen; und die Ambition, sich immer weiter zu verbessern. Dafür muss man den Sport aber auch lieben, man braucht Leidenschaft. Und schließlich soll es auch Spaß machen; den Spaß darf man nicht verlieren!

Selbstbeherrschung, bezogen auf das Training und auf die Ernährung, ist ebenso wichtig. Ich habe zwar keinen Essensplan, aber ich esse wenig Süßes, abends kein Brot, eher Salat. Darauf achte ich von selbst. Und ich verpasse kaum ein Training!

Ja, und Talent sollte man natürlich sowieso haben.

 

 

F: Das hast du ja sicher von deinem Vater geerbt. Der war ja auch Nationalspieler und ist jetzt Trainer. Wie beeinflusst dich das?

D: Ich spiele Center, muss also Rebounds holen, defensiv wie offensiv. Ich bin also zuständig für das Schieben unterm Brett. Dafür ist ein hoher Kraftaufwand notwendig. Aber das ist genau meine Position, ich will nichts anderes spielen.

Papa kann mir da sehr viel helfen, vor allem taktisch, denn er hat das selbst früher gespielt. Seine Erfahrungen kann er sehr gut an mich weitergeben. Den Vater als Trainer zu haben, ist für mich also kein Problem; das passt.

 

 

F: Gibt es neben dem Sport Dinge, die du gerne machst? Oder bleibt dafür gar keine Zeit mehr?

D: Mein Sport ist der Basketball, das ist mir sehr wichtig. Ich brauche natürlich auch Regenerationszeiten und ausreichend Schlaf. In basketballfreien Zeiten treffe ich mich gerne mit meinen Freunden, entspanne mich und pflege meine sozialen Kontakte. Manchmal ist es schon schade, dass ich nicht bei allem dabei sein kann, was meine Freunde machen; sie fragen mich aber immer, ob ich auch mitkomme. Für mich ist das Basketballspielen (meistens) gleichwertig.

 

 

F: Hast du schon Rückschläge wie z. B. Verletzungen erdulden müssen?

D: Letztes Jahr hatte ich zuerst eine Blindarm-OP und danach auch noch einen Leistenbruch. Das war schon eine harte Zeit. Einen schlechten Tag hat ja jeder mal, aber eine richtige Durststrecke mit totalem Leistungseinbruch habe ich noch nicht erlebt, zum Glück!

F: Was waren denn deine größten Erfolge bisher?

D: Die deutsche Meisterschaft 2014 in Berlin war einfach schön; es war mein größter Erfolg bis dahin. Dann natürlich das Bundesjugendlager 2015, wo die Sichtung für den Nationalkader startete; und jetzt bin ich Nationalspielerin, das ist toll!

 

 

F: Der Basketball spielt eine Hauptrolle in deinem Leben. Wieso eigentlich Basketball und nicht eine andere Sportart?

D: Ich habe ja schon mein ganzes Leben mit Basketball zu tun. Wir sind als Familie fast immer mit Papa mitgegangen, dahin wo er gespielt hat. Schwer war das eine Jahr, als er ohne uns in Griechenland war. Also durch meinen Papa wurde Basketball irgendwie automatisch auch zu meinem Sport.

 

 

F: Soll das denn immer so bleiben oder wie sind deine Zukunftspläne?

D: Ich bin glücklicher mit Basketball als ohne. Ich habe Ziele, und wenn ich die erreiche, erlebe ich Glücksmomente. Ich bin nicht planlos, habe eine Richtung, wo ich hin möchte. Ich habe einen Plan vom Leben. Mit Basketball kann man als Frau nicht seinen Lebensunterhalt bestreiten. Aber ich will solange Basketball spielen, wie es geht. Beruflich wollte ich zuerst in Richtung Medizin, aber jetzt eher zur Polizei. Nach meinem Abschluss an der Ludgerus-Schule gehe ich zunächst weiter zur Schule. Ein Beruf ist schon wichtig.

 

 

F: Vielen Dank für dieses Interview, Danelle! Wir wünschen dir weiterhin alles Gute, sportlich wie schulisch und beruflich!