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Der Namenspatron

ludgerLudger stammte aus einer der hervorragendsten Familien Frieslands, die sich in der Auseinandersetzung zwischen Friesen und Franken auf die Seite der letzteren gestellt hatte und christlich geworden war. Er wurde 744 wahrscheinlich in Zuylen in Nordholland geboren. Frühzeitig lernte der begabte Knabe lesen und schreiben und erhielt seine Ausbildung für den Priesterberuf in der Klosterschule des Bistums von Utrecht. Er wurde ein Schüler des berühmten Gelehrten Alkuin, einem der Hauptmitarbeiter an den Erziehungsreformen Karls des Großen und späterem Abt von Saint-Martin in Tours.

Dieser weihte ihn zum Diakon und bestimmte Ludger, der zunächst entschlossen gewesen war, Mönch zu werden, zum Missionar in seiner Heimat Friesland, das zu dieser Zeit noch vorwiegend heidnisch war. So fand sich der junge Priester vor eine schwere Aufgabe gestellt. Bischof Albrich entsandte ihn zunächst in die Gegend von Dokkum, wo der hl. Bonifatius 754 den Martertod erlitten hatte. Die ehrwürdige Gestalt dieses Märtyrers hatte schon auf den Knaben einen unvergeßlichen Eindruck gemacht. Er schilderte diese Begegnung später: "Es war mir vergönnt, ihn mit eigenen Augen zu schauen. Die grauen Haare bedeckten seinen Scheitel, und das hohe Alter lastete auf seinen Schultern."

Sicherlich war es nicht ohne Einfluß für sein späteres Wirken, daß Ludger gerade an diesem geheiligten Orte mit seiner missionarischen Tätigkeit begann. In einfachem Pilgergewand zog er von nun an unermüdlich von Ort zu Ort. Unverdrossen predigte und taufte er. Nach sieben Jahren harter Arbeit zerstörte 784 der Aufstand des Sachsenherzogs Widukind seine ganze Arbeit. Die Friesen stellten sich auf die Seite der Sachsen und wurden wieder zu Gegnern der christlichen Franken. Die neuerbauten Kirchen wurden zerstört, die Missionare verfolgt. Ludger mußte das Land verlassen. Er wandte sich jetzt nach Rom, wo er von Papst Hadrian den Auftrag für sein apostolisches Amt erbat.

Da die Kämpfe in der Heimat anhielten, zog er sich in die Abtei auf dem Monte Cassino zurück und führte dort mehrere Jahre ein strenges Bußleben nach der Regel des hl. Benedikt. Aber nach der Unterwerfung und Taufe des Sachsenherzogs kehrte Ludger zurück. Karl der Große beauftragte ihn nun mit der Mission von fünf friesischen Gauen. Und tatsächlich gelang dem gebürtigen Friesen das, was die irischen und fränkisch Glaubensboten vor ihm nicht hatten vollbringen können: die Friesen nahmen aus seiner Hand das Christentum an. Sanft belehrte er die Unwissenden, tröstete, ermahnte und betätigte sich als eifriger Seelenhirte, den die Bekehrten schließlich achteten, ja liebten. Nur eine Insel im Meere, auf der ein heidnischer Gott sein Heiligtum hatte, widerstand ihm lange Zeit. Doch schließlich gelang es Ludger auch, die Insel Farsikland in "heiliges Land", nämlich Helgoland zu verwandeln.

Karl der Große wollte seinen bewährten Missionar jetzt zum Bischof von Trier erheben, aber auf Bitten des Heiligen entsandte der Kaiser ihn zu den Sachsen. Der Chronist vermerkt das mit kurzen Worten "und der König setzte ihn zum Seelenhirten im westlichen Teil des Sachsenlandes ein".

Nach langem Widerstreben und auf ausdrücklichem Wunsch des Kaisers ernannte ihn dieser 804 zum Bischof von Mimigarode, dem späteren Münster. Hier errichtete Ludger Kirche und Kloster und lebte bescheiden mit seinen Glaubensbrüdern in der Gemeinschaft des Monasteriums, das der Stadt ihren heutigen Namen gab. Auch jetzt noch war er ständig auf Reisen, um zu predigen, zu taufen, Kirchen zu bauen, Almosen auszuteilen und den Sachsen das[MA1] Evangelium der Liebe vorzuleben.

Sein Biograph schreibt über ihn: "Mit großem Verständnis und maßvoller Klugheit bot Ludger dem wilden Sachsenvolk die Heilslehre, um sie mit der Gnade des Herrn zum vollkommenen Glauben zu führen ..." Vielleicht das schönste Zeugnis hiervon ist die altsächsische Evangeliendichtung ,Heliand', die noch zu seinen Lebzeiten, ja vielleicht unter seinem Einfluß entstand und die christliche Lehre mit altgermanischer Tradition verbindet. Ludger erbaute nicht nur Dom und Domstift in Münster, er gründete auch das Frauenkloster Nottuln, die Benediktinerabteien Helmstedt und Werden und organisierte an die vierzig Pfarreien in seinem Bistum.

Erschöpft von seinem unermüdlichen apostolischen Werk starb der Heilige am 26. März 809 in Billerbeck; er wurde auf seinen Wunsch in Werden beigesetzt. Der Heilige hielt am Tag seines Todes, den er vorausgesagt hatte, noch zwei Predigten und las die hl. Messe.

Der hl. Ludger ist Schutzpatron des westfälischen Bauernlandes. Dargestellt wird er als Bischof mit Kirchenmodell, sein Brevier betend, auch mit zwei Gänsen, weil er sein Missionsgebiet von Wildgänsen wunderbar befreit haben soll.

aus:

Melchers, Erna und Hans: Das große Buch der Heiligen Geschichte und Legende im Jahreslauf Südwest Verlag 1978
[MA1]
Zusammengefasst von Elisabeth Averkamp